Asiatische Aktienmärkte hängen den Rest der Welt ab

„Die meisten Volkswirtschaften in Asien sind deutlich besser durch die Krise gekommen als Europa und die USA. Zudem sind sie bestens positioniert, um von der bevorstehenden Erholung der Weltwirtschaft zu profitieren. Deswegen sehen wir für Investments in asiatische Wachstumsmärkte gute Anlagechancen“, sagt Norbert Goerlitz, Geschäftsführer der Hamburger Investment-Boutique Argentum Asset Management.

Hamburg, 29. März 2021 – Auf der Suche nach zukunftsorientierten Investments richtet sich der Blick nach Osten. Die Covid-19-Pandemie hat asiatische Schwellenländer erneut in den Fokus der Investoren gerückt. „Aktienmärkte wie Taiwan, China und Korea zählten 2020 zu den Spitzenreitern im globalen Vergleich, und diese sind auch mit Schwung ins neue Jahr gestartet“, erläutert Goerlitz. Das beste Beispiel für diesen Vormarsch sieht der Experte in China: Trotz der globalen Rezession will China in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als sechs Prozent erreichen, wie Regierungschef Li Keqiang zur Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking erklärte. Schon 2020 hat China mitten in der Pandemie ein Wachstum von 2,3 Prozent erreicht und war damit die einzige große Volkswirtschaft die weiterwuchs. Laut der internationalen Großbank UBS macht China heute etwa 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der Welt und 30 Prozent des jährlichen globalen BIP-Wachstums aus und ist jetzt, gemessen an der Kaufkraftparität, größer als die US-Wirtschaft.

Positive Wachstumsprognosen für Japan, Südkorea, Vietnam und Indien
Japans Wirtschaft erholt sich schnell und wächst nach dem Corona-Schock so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Für das Gesamtjahr 2021 erwarten Volkswirte und Analysten im Durchschnitt ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent, nachdem der außenwirtschaftliche Anschub und eine gute Binnenwirtschaft dafür sorgten, dass Japans Ökonomie bereits im Schlussquartal 2020 um drei Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegte.

Norbert Goerlitz resümiert bezüglich einzelner Schwellenländer: „Wir sehen zukünftig einen noch stärken Wachstum in diesen Regionen. Südkorea beispielsweise blickt auf einen vergleichsweise geringen BIP-Rückgang von 1,8 Prozent (Prognose) im Jahr 2020 zurück. Erwartet werden Wachstumszahlen von rund drei Prozent zwischen 2021 und 2023. Auch Vietnams Wirtschaft legt 2020 trotz Corona-Pandemie leicht zu. Für 2021 rechnen Analysten sogar mit einem deutlich dynamischeren Wirtschaftswachstum von über sechs Prozent. In Indien hat die Regierung von Premierminister Modi Arbeitsmarkt- und Landwirtschaftsreformen durchgesetzt, die Effizienzsteigerungen zur Folge haben dürften. Deswegen rechnen wir mit einem verstärkten Zufluss ausländischer Investitionen in diesen Ländern.“

New Economy führt den Fortschritt an 
Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung in Asien wird durch eine ganze Reihe an Parametern unterstützt. Dazu gehört besonders der steigende Konsum, wie die US-Investmentgesellschaft Invesco darlegt. Die Digitalisierung werde weiterhin in alle Lebensbereiche eindringen, während wachsendes Einkommen zu mehr Kaufbereitschaft führen werde. Dabei suchten die Menschen nach besonderen Erlebnissen, und ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein werde zu einer starken Nachfrage nach Lifestyle- Produkten und Gesundheitsleistungen führen. Ebenso würde die fortschreitende Urbanisierung den Konsum fördern. „Diese fünf Faktoren stärken die Verbrauchernachfrage, wodurch eine interessante Erweiterung der Investitionsmöglichkeiten im Consumer-Bereich entsteht“, meint Goerlitz. Weitere Investmentchancen sieht der Experte in der sich ausbreitenden Technologisierung der asiatischen Wirtschaft. Die Old Economy geht immer weiter zurück, sodass die New Economy im Jahr 2020 bereits über 60 Prozent im MSCI Asia ex Japan Index ausgemacht hat. 

Diese Entwicklung kann man besonders in China beobachten. Die strategischen Planer in Peking hatten sichergestellt, dass viele Unternehmen aus der Wertschöpfungskette der grünen Branchen in China ansässig seien. Daher gehöre die Volkswirtschaft bereits zu den globalen Marktführern bei der Produktion von Batterien sowie Wind- und Solarenergieanlagen. Allgemein sollen Chinas Forschungs- und Entwicklungsausgaben zwischen 2021 und 2025 um mehr als sieben Prozent pro Jahr steigen. China wird sich nach einem Entwurf seines Fünfjahresplans auf die Entwicklung einer Reihe von Technologiebereichen konzentrieren, darunter Halbleiter, Gesundheitswesen, Quantencomputer und Cloud-Computing. 

Grüner Vorreiter China: Unternehmen mit strengen ESG-Standards
„Im Sinne der Nachhaltigkeit hat der chinesische Markt zusätzlich an Interesse gewonnen, denn hier zeichnet sich ein Wandel ab“, stellt Norbert Goerlitz fest. In seiner Videobotschaft zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York im September 2020 kündigte Chinas Staatschef Xi Jinping an einen Wendepunkt bei den CO2-Emissionen vor 2030 und Kohlenstoff-Neutralität vor 2060 anzustreben. Damit stellte er sich erneut hinter das Pariser Klimaschutzabkommen des Jahres 2015. China ist der weltgrößte Verursacher von Treibhausgasen und derzeit für rund ein Viertel des weltweiten Ausstoßes verantwortlich. 

Laut dem britische Asset Manager Aberdeen Standard Investments veröffentlichten inzwischen hunderte chinesische Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte (CSR), in denen sie ihre Auffassungen zu Nachhaltigkeit, ihre Ziele zur Senkung ihres CO2-Fußabdrucks sowie ihre Rahmenstrukturen für die Ausmerzung ESG-bezogener Risiken darlegen. So ist auch Goerlitz davon überzeugt, dass chinesische Unternehmen den Wert der Integration von ESG Kriterien erkennen und sagt: „Wenn wir Unternehmen mit strengen ESG-Standards auswählen, steigen unserer Meinung nach unsere Chancen in langfristige Gewinner zu investieren.“ 

 

Die positiven Aussichten für Asien bleiben ungebrochen 
Zusammengefasst bedeutet das: Die asiatische Wirtschaft ist stabil, krisenfest und hat positive Aussichten. So rechnen die Ökonomen der Schweizer Bank Pictet für Asien (ohne Japan) mit einem realen Wirtschaftswachstum von 8,5 Prozent in diesem Jahr. Für Norbert Goerlitz steht fest: „Langfristige Trends wie die Urbanisierung und der Aufstieg der Mittelklasse wurden durch die Pandemie auf keinen Fall beendet. Der MSCI Emerging Markets Index, mit Werten aus derzeit 26 Schwellenländern, hat sich im Laufe von 2020 aus einer mehrjährigen, zähen Seitwärtsbewegung verabschiedet und fast 30 Prozent zugelegt. Das asiatische Jahrzehnt kann also kommen.“ 

 

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